Dienstag, 9. Mai 2017

iPhone Tipp: Audiowiedergabe auf der (analogen) Stereoanlage

Für alle, die Musik oder Hörbücher vom iPhone oder iPad aus auch gerne mal auf der guten alten und vor allem analogen Stereoanlage wiedergeben würden, möchte ich in diesem Beitrag die wichtigsten Kopplungsmöglichkeiten mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen zusammenfassen.


Kabel

Hat die Stereoanlage einen Aux- bzw. Line-Eingang, so kann man mit passendem Kabel da natürlich auch das iPhone dranhängen. Ideal ist das aber nicht gerade. Abseits des Kabelsalats und der daraus resultierenden Bewegungseinschränkung hat das iPhone halt keinen Line-Ausgang, sondern eine Kopfhörerbuchse (ab iPhone 7 per Lightning-Adapter), und die ist für hochwertige Klangübertragung zur Stereoanlage nicht gerade optimal. Außerdem möchte man da ja auch mal einen tatsächlichen Kopfhörer dranhängen, der dann die möglicherweise deutlich abweichende Lautstärkeeinstellung für die Stereoanlage abbekommt. Und wer den Lightning-Adapter nutzen will, der blockiert damit nunmal auch den Ladeport oder muss sich ein weiteres Adapterkabel kaufen. Alles in allem also keine sonderlich gute Lösung.


Bluetooth

Am Markt gibt es eine Reihe einfacher, kleiner Bluetooth-Adapter für Stereoanlagen. Der Adapter wird per Bluetooth mit dem iPhone gekoppelt und überträgt dann den Klang per Kabel an die Stereoanlage. Das ist eine preiswerte und einfache Variante, sie hat aber auch ein paar Nachteile.

Zum einen wäre da die Klangqualität. Und nein, Bluetooth steht nicht automatisch für schlechten Klang, man muss aber aufpassen, was man kauft. Um verlustfreie Klangübertragung zu ermlglichen, muss der Bluetooth-Adapter AAC-Codierung beherrschen (APTX wird von Apple nicht unterstützt). Ob dieser dann auch tatsöchlich verwendet wird, lässt sich meines Wissens nach aber nicht kontrollieren. Dazu kommt, dass viele Bluetooth-Adapter eher minderwertige D/A-Wandler eingebaut haben, was ebenfalls auf Kosten der Klangqualität geht.

Zum anderen wäre da VoiceOver. Es ist sicherlich Geschmackssache, aber bei einer Kopplung per Bluetooth wird genau wie beim Kabel eben auch die VoiceOver-Stimme an die Stereoanlage geschickt. Da wird neben Musik oder Hörbuch vielleicht auch so manches in den Raum gerufen, was nicht für andere bestimmt war.


Airplay

Eine besonders interessante Alternative stellt der Airplay-Standard dar. Hier wird der Klang per WLAN auf ein anderes Gerät gestreamt und kann von dort aus auch auf der Stereoanlage wiedergegeben werden. Die Auswahl an entsprechenden Geräten ist aber recht klein, und einige Dritthersteller scheinen massive Qualitätsprobleme zu haben. Anfangs hatte auch ich mir ein echtes SchrottgGerät gekauft, und das war unter den bezahlbaren schon das Modell mit den besten Bewertungen, was micht letztlich dazu bewogen hat, mir einen Apple Airport Express zu kaufen. Das ist eigentlich ein WLAN-Router, der sich aber auch nahtlos in ein bestehendes WLAN einklinken und damit auch als Repeater fungieren kann. Viel wichtiger war für mich natürlich die eingebaute Airplay-Funktionalität. Per 3,5mm Klinkenbuchse habe ich den Airport Express mit der Stereoanlage verbunden, was eine sehr gute Klangqualität ergibt.

Interessant ist die Trennung der Audioausgabe zwischen Airplay und dem restlichen iPhone. Nur Apps, die Airplay unterstützen, können über den Airport Express streamen, und sie tun dies auch nur auf Aufforderung. Der restliche Klang des iPhones einschließlich der VoiceOver-Stimme geht weiterhin den gewohnten Weg, sei es der eingebaute Lautsprecher oder ein Kopfhörer. Die üblichen Verdächtigen wie Musik, Amazon Music, YouTube, Audible und Konsorten unterstützen allesamt Airplay. Und selbst einige andere Apps habe ich zur AirPlay-Wiedergabe überreden können, indem ich das Audioziel in einer anderen App auf den Aiport Express umgestellt habe. Leider ist die Wiedergabe per Airplay aber immer mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung verbunden, so dass eine Aktion auf dem iPhone oft erst nach zwei oder drei Sekunden hörbar wird. Ein netter Nebeneffekt: Airplay spart im Vergleich zu Bluetooth bei der Audioübertragung deutlich Akku.


USB-Soundkarte bzw. Interface

Und hier noch eine Variante für echte Enthusiasten: über den Apple Kameraadapter kann man auch ein typisches USB-Audiointerface an das iPhone anschließen. Je nach Qualität des Interfaces kann das Ergebnis klangläch tatsächlich sehr beeindruckend sein. Man sollte sich mit diesem Thema aber gründlich auseinandersetzen, da nicht jedes Interface (vollumfänglich) funktioniert und auch nicht jede App mit dem Interface zusammenarbeiten wird. Ich hatte eine solche Lösung kurzzeitig für Recording im Einsatz, möchte hier aber nicht weiter ins Detail gehen, da es wirklich recht spezifisch ist.


Klangmischung

Zu guter letzt noch ein kleiner Tipp: wer an einem einzelnen Aux- bzw. Line-Eingang der Stereoanlage mehrere Klangquellen anschließen möchte, ohne dabei spürbar Klangqualität einzubüßen, der hat es nicht einfach. Y-Kabel scheiden hier in der Regel von vornherein aus. Und was Mischpulte angeht, so gibt es zwar Kleinstmischpulte mit erträglichem Formdfaktor, die sind aber entweder sehr teuer oder klanglich bestenfalls bescheiden, dafür in Sachen Funktionsumfang für die heimische Stereoanlage rettungslos überladen.

Eine wirklich gute Lösung stellt meiner Erfahrung nach der ART SplitMix4 dar, ein 4 Kanal Splitter/Merger, der entweder ein Signal auf vier Empfänger verteilen oder eben vier Quellen zu einer mischen kann. Jeder Kanal ist einzeln regelbar, ansonsten ist das Gerät angenehm minimalistisch. Die Auswirkungen auf den Klang sind so gering , dass man im Alltag keinen Unterschied wahrnehmen wird. Alle Anschlüsse sind 6,3mm Klinke. Man braucht also entsprechende Kabel, dafür hat man aber nicht die geradezu unvermeidlichen Qualitätsprobleme von 3,5mm Klinkenanschlüssen. Bei mir hängen tatsächlich vier Geräte an diesem Mischer, und das Ergebnis ist klasse. Auch eventuelle Lautstärkeunterschiede lassen sich durch die Regler ausgleichen. Batterien oder Netzteil werden nicht benötigt, der Mischer ist komplett passiv.


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